Um unsere alten und kranken Ponys weiter versorgen zu können, bieten wir Patenschaften für sie an.

Bis Anfang 2020 waren wir in der glücklichen Lage, sämtliche anfallenden Kosten selber bestreiten zu können, und auch für den ein oder anderen Urlaub blieb noch genug über. Der war hin und wieder auch dringend nötig, um wieder Kraft und Mut für die Versorgung der Lieben zu schöpfen.

Im März 2020 dann der Schicksalsschlag: Mein Mann Michael wurde arbeitslos, weil er kurz vor Corona nochmal den Arbeitsplatz gewechselt hatte und seine Firma im Zuge von Corona alles kündigte, was kündbar war. Bis heute konnte er trotz unzähliger Bewerbungen nirgendwo unterkommen. Die Ersparnisse sind inzwischen aufgebraucht, durch die vielen chronischen Krankheiten der Ponys belaufen sich allein die Tierarztkosten im Schnitt oft schon auf ein durchschnittliches Monatsgehalt. In den letzten 8 Wochen sind rund 3000 € fällig gewesen. Im  Sommer wurde uns schon einmal grandios mit Futterspenden geholfen, die auch noch nicht ganz aufgebraucht sind. Wann und ob es für meinen Mann je wieder Arbeit geben wird, weiß Corona oder der Geier. Darum jetzt hier der Versuch, mit Patenschaften ein Stück Sicherheit für die Ponys zu kreieren, damit sie in ihrem gewohnten Zuhause bleiben können. Vermittelbar ist mit den ganzen Krankheiten leider keiner mehr von ihnen. Was aus ihnen wird, und wie wir dieses Jahr überleben, steht in den Sternen...

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Was aber habt ihr von einer Patenschaft? Ihr bekommt einen Steckbrief von eurem Patenpony, einen Zugang zu unserer Hofkamera (die aber erst noch installiert werden muss), und könnt euer Patenpony nach Absprache besuchen und betüddeln. Eine "Nutzung" im herkömmlichen Sinne ist aufgrund deren Krankheiten aber natürlich ausgeschlossen. Wer von weiter weg kommt und trotzdem einen Besuch abstatten möchte, kann in unserem liebevoll eingerichteten Bauwagen übernachten. Über Neuigkeiten und Befindlichkeiten könnt ihr per Email informiert werden, wenn ihr das möchtet und ihr dürft sonst natürlich auch jederzeit nachfragen und euch updaten lassen.

Winnie war unser erstes Pony. Damals waren die Kinder noch klein, und meine Ambitionen Kutsche zu fahren groß. Winnie wurde angepriesen mit knapp 1,30m Stockmaß und 15 Jahren, so daß ich damals, leichtgewichtig fast magerkrank, ihn auch noch mal eben hätte "Korrektur" reiten können wenn er die Kinder so gar nicht ernst nehmen würde. Als wir ihn uns 2008 angesehen hatten, wurde uns erklärt, daß es sich um eine Mischung aus Isländer, Curlyhorse und Shetty handeln würde. Naja, das Curlyhorse war in Wirklichkeit ein Cushinghorse, der Isländer sollte den klammen Gang erklären und das Shetty die Größe. Sie hatten sich vermessen, in Wirklichkeit war er nur 1.17m... Eine Woche später wurde er gebracht, eine weitere Woche später die Untersuchung vom Tierarzt: mindestens 30 jährig das Pony... Naja, nu war er ja schon mal da... Er war noch ein ganzes Weilchen fit und hat die Kinder auch kurze Zeit noch bespaßen können, bevor er in Rente ging. Das ist jetzt 13 Jahre her. Winnie ist also heute um die 45 Jahre alt. An manchen Tagen wirkt er sehr dement, nachdem er gerade noch gelegen hat schaut man besser weg wenn er aufsteht, aber bis auf einen einzigen Reheschub und seinem Cushing ist er ein robuster, gesunder Kerl, dem nur die Gelenke nicht mehr so gelenkig sind und der sich zu 100% von Heucobs ernährt.

Leo kam als Gesellschafter für Winnie 2009 zu uns. Er hat lange in einer Reitbahn als Kinderpony gedient, bevor er in einer Familie für die Kinder zu klein zu wurde. Unsere haben gerade so noch drauf gepasst, also hat er seine Karriere als Kinderpony bei uns auslaufen lassen. Mit Winnie ist er nie so richtig warm geworden, die zwei großen Pferde damals haben die Ponys aber gerecht untereinander aufgeteilt, so daß jedes Pferd sein Pony hatte. Leo ist inzwischen auch schon 34, hat EORTH, das linke Knie ist kaputt und er hat eine Ausstülpung im letzten Teil des Darms und hat dadurch immer wieder mal Probleme mit Koliken. Zuletzt kam noch der Verdacht auf Tumore auf, als er rapide abmagerte, inzwischen hält er aber sein Gewicht wieder. Das Essen muss nur ausreichend lecker sein. Was ausreichend lecker ist hat er aber abschließend noch nicht heraus gefunden, er testet sich noch so durch die Futtersorten... Pampe und Brei jeder Art hat er aber abgewählt.

Tippa kam etwa 2010 zu uns. Sie hatte schwere Hufrehe und ich war gerade in der Ausbildung zur Hufpflegerin. Also eine gute Gelegenheit, zu sehen, ob ich was Brauchbares gelernt hatte. Nachdem wir also viele Wochen auf eine einigermassene Transportfähigkeit hofften, holten wir sie dann endlich aus Thüringen. Der Transport bescherte ihr natürlich nochmal einen Rückfall, aber ab da war sie dann einige Jahre Rehefrei und wir hatten noch viel Spaß mit ihr. Damals hatte sie "nur" EMS, in den letzten Jahren kamen dann noch ECS, EORTH, Magengeschwüre und vermehrt Koliken dazu. Mit Leo zusammen ist sie Premium Kunde in der Tierklinik und sorgt immer wieder für tierärztlichen Besuch. Tippa ist heute 22 Jahre alt, fühlt sic aber wegen ihrer ganzen Wehwehchen eher wie 35.

Municke kam 2013 zu uns, mit ihrem Lebensgefährten Mucki zusammen, der vor ein paar Jahren einem geplatzen Milztumor erlegen ist :(  Municke hatte schlimme verwahrloste Rehehufe und brauchte ein ganzes Jahr, bis ihr Körper von den ganzen Spätfolgen wieder soweit schmerzfrei war. Vor zwei Jahren bekam sie zu ihrer Heustauballergie noch eine deformierte Luftröhre diagnostiziert, nachdem ich in dem Sommer dachte, sie schafft es trotz bedampften Heu, inhalieren und sonstiger Bemühungen nicht. Außerdem ist sie auf dem rechten Auge blind, weil man womöglich auf eine Entzündung irgendwann lange Zeit nicht reagiert hatte. Darum ist das Auge auch ganz verkümmert und eingezogen. Ach, und eine Zahnfehlstellung hat sie auch noch. Vermutlich wird sie so um die 30 Jahre alt sein.

Gilt unserer Zahnfee
Britta Beck

aus der 

Besonderer Dank